
mdlx Sammlungen - Carte blanche an Michel Delacroix
Diese Ausstellung hätte auch den Titel "Rückkehr von chez-robert" tragen können. Vor etwa zehn Jahren habe ich auf Initiative von Sylvie Zavatta, der Direktorin des Frac, am selben Ort das Projekt chez-robert ausgestellt, eine experimentelle Galerie, in der ich mehr als
36 Ausstellungen veranstaltet habe. Es handelte sich dabei nicht um eine Pause in meiner Arbeit als Künstler, sondern um die Fortsetzung meiner Überlegungen zur Kunstwelt und ihren Mechanismen.
Im Laufe dieses Abenteuers habe ich viele Künstler kennengelernt, deren Welt mich ansprach. Die Ausstellungsbeschränkungen des chez-robert-Systems erforderten eine andere Herangehensweise und die Schaffung unerwarteter Formen. Einige Werke, die speziell für diesen Kontext entworfen wurden, weckten in mir den Wunsch, diese Erfahrung auszuweiten und eine Sammlung aufzubauen.
Natürlich besaß ich, wie viele Künstler, bereits einige Werke, die ich durch Tausch oder Schenkung erworben hatte. Aber dieses Projekt war anders als das vorherige. Es entstand aus einer präzisen und durchdachten Absicht heraus: eine Sammlung zusammenzustellen, die meine Entscheidungen bekräftigt, und sie dann letztendlich zu teilen.
Die Werke, die ich nach und nach erworben habe, sind Entdeckungen, die ich auf Ausstellungen, Kunstmessen, in Galerien oder bei Begegnungen mit Künstlern gemacht habe. Ich habe darauf geachtet, dass diese Anschaffungen eher vom Inhalt der Aussage als von persönlichen Affinitäten geleitet werden. Einige Künstler stehen mir nahe, andere habe ich punktuell kennengelernt, und manche habe ich noch nie getroffen.
Die Sammlung umfasst derzeit etwa 40 Werke. Das Ziel ist nicht die Anhäufung, sondern vielmehr der Aufbau einer sinnvollen und einzigartigen Vision einer Kunstlandschaft, die mit meinen Intuitionen und Vorlieben übereinstimmt. Die Werke sind in der Regel von bescheidener Größe und verwenden eine begrenzte Farbpalette. Sie materialisieren sich in Form von scheinbar einfachen Objekten, Zeichnungen und Mini-Installationen. Man könnte sie als "Neo-Konzept in neuem Gewand" bezeichnen. Sie spielen mit etablierten Codes und strotzen vor subtiler Ironie, die die Mechanismen der Wertzuweisung, die die Kunstwelt beherrschen, hinterfragt. Es geht nicht um eine Lektion in Ästhetik, sondern vielmehr darum, die Erwartungen des Betrachters zu stören, und zwar aus einem amüsierten und zugleich tief reflektierten Blickwinkel. Diese Arbeit trägt eine kritische Haltung durch ein oft sehr einfaches visuelles Vokabular und elementare Formen, die paradoxerweise eine anregende konzeptuelle Komplexität offenbaren.
In dieser Gruppe zeichnet sich ein Paradox ab: Einerseits sind Ironie und Humor in vielen Stücken allgegenwärtig; andererseits gibt es ein Streben nach Legitimität, nämlich sich in ein Kapitel der Kunstgeschichte einzuschreiben und Maß zu nehmen an seiner Zeit. Der Humor einiger Werke beschränkt sich nicht auf eine bloße komische Funktion; er verbindet Leichtigkeit mit Ernsthaftigkeit. Diese humoristische Ambivalenz unterstreicht den grundlegenden Widerspruch, der der zeitgenössischen Kunst innewohnt: über die eigene Ernsthaftigkeit zu lachen. Das bedeutet in Wirklichkeit, dass man Dinge, die wie Kleinigkeiten erscheinen mögen, ernst nimmt und ihnen wieder einen Wert verleiht, wo sie keinen zu haben schienen.
Die Werke aus meiner Sammlung und die Werke, die ich für einen Dialog aus der Sammlung des Frac Franche-Comté ausgewählt habe, haben gemeinsam, dass sie gleichzeitig ehrgeizig und erfreulich sind. Sie spielen mit visuellen oder verbalen Übereinstimmungen und öffnen eine breitere Reflexion über das Wesen der Kunst und ihrer Rezeption.
Vom 22/03/26 am 24/05/26
Sonntag, 22. März bis Sonntag, 24. Mai
- Normalpreis : 5€
- Ermäßigter Satz ( Über 65 Jahre - Große Familien - Pass Education - Begleitperson Karte Vergünstigungen für Jugendliche - Monatsabonnement Ginko) : 3€
- Kostenfrei (Jeden Sonntag - Unter 18 Jahren - Studierende - Karte "Avantages Jeunes" (Vorteilskarte für Jugendliche) - Freunde des Frac - Begünstigte von sozialen Mindestleistungen - Arbeitssuchende - Besucher...)







